Anleitung zum Seifen Sieden

Anleitung zum Seifensieden – ein Basisrezept Schritt für Schritt – Lavendelseife

Heute möchte ich euch das Seifesieden ein wenig näher erklären, dazu verwende ich ein einfaches Basisrezept welches Anfängergeeignet und einfach zu sieden ist.

Ausserdem gibt es keine Probleme bei der Beschaffung der Rohstoffe, es gibt, bis auf das NaOH alles im Supermarkt zu kaufen.
Ich teile den gesamten Prozess in 6 Schritte
  1. Sicherheitshinweise
  2. Ausrüstung
  3. Das Rezept
  4. Seifenleim herstellen
  5. Ausformen
  6. Anwaschen
1. Sicherheitshinweise
Beim Herstellen von Seife wird mit einer Chemikalie namens Natriumhydroxid (NaOH) oder auch Ätznatron gearbeitet, deshalb ist es wichtig beim Sieden immer eine entsprechende Schutzausrüstung zu tragen.
Dazu gehören:
  • Schutz für die Augen z.B. eine Schutzbrille aus dem Baumarkt, achtet auf Lüftungsöffnungen sonst beschlägt sie schnell oder ein Sichtschild welches das gesamte Gesicht schützt und nicht beschlägt
  • Handschuhe die Laugenfest sind, auch diese gibt es im Baumarkt
  • Kleidung die die Arme bedeckt, falls mal was spritzt sind die Handschuhe vielleicht zu kurz
Es sollte bei langen Haaren auch darauf geachtet werden das diese nicht immer zurückgestrichen werden müssen, mit Lauge an den Händen wird das unschön.
Deshalb lieber zum Zopf zusammenbinden, sicher ist sicher.
Ausserdem trage ich persönlich unter den dicken Laugenstabilen Handschuhen noch dünne Einmalhandschuhe falls ich etwas filligraneres machen muss. Da kann ich dann einfach mal kurz den dicken Handschuh ausziehen und z.B. die Farbe anrühren oder ein Tütchen aufpfrimeln ohne gleich ganz ohne Schutz dazustehen.
Beim Arbeiten mit Lauge ist es ebenfalls sinnvoll immer eine kleine Flasche Wasser bereit stehen zu haben um Lauge auf der Haut schnell runter zu verdünnen und abzuwaschen um Verätzungen zu vermeiden.
Eine beginnende Verätzung erkennt man an einem juckenden kribbeln an der entsprechenden Stelle. Dann SOFORT Wasser darüberschütten, auf KEINEN FALL Essig dazu benutzen.
Man kann mit Essig die Lauge zwar neutralisieren, sollte dies aber nur auf Oberflächen tun, NIEMALS auf der Haut da der Essig die Haut zusätzlich angreift, Wasser reicht völlig!
 
Es sollte selbstverständlich sein das weder kleine/wilde Kinder noch Haustiere Zugang zu dem Raum haben in dem gerade gesiedet wird (meistens die Küche) um unnötige Gefahrensituationen zu vermeiden.
Ausserdem ist anzuraten alle Lebensmittel aus dem Bereich zu entfernen um eine Verunreinigung zu meiden.
Die Arbeitsfläche sollte ebenfalls abgedeckt werden um sie leichter reinigen zu können, es reichen Zeitungspapier oder eine Kunstoff/Partytischdecke. Zeitungspapier einfach wegwerfen, die Tischdecke abwischen und wegräumen, schon fällt das aufwändige Abschrubben der Oberflächen weg.
Es empfiehlt das Gefäß zum Anrühren der Lauge in ein mit Wasser gefülltes Waschbecken oder eine mit Wasser gefüllte große Schüssel stellen, falls dann etwas daneben geht oder „überschäumt“ wird die Lauge gleich verdünnt und kann direkt abgelassen werden.
Wenn möglich sollte man bei geöffnetem Fenster arbeiten, wenn man langsam arbeitet entstehen keine giftigen Dämpfe, aber je nach Laugenflüssigkeit kann es stark riechen. Ich empfehle allerdings nicht mit der Lauge auf den Balkon oder nach draussen zu gehen, Stolperfallen oder die Nachbarskatze sind einfach unberechenbar und Lauge die aus dem zweiten Stock dem Nachbarn auf den Grill geschüttet wird ist sicherlich auch nicht angenehm.
2. Ausrüstung
 

Ausrüstung zum Seifesieden

Ausrüstung zum Seifesieden

Ausser der oben bereits erwähnten Sicherheitsausrüstung empfiehlt es sich natürlich einige weitere Utensilien – nur fürs Seifesieden – anzuschaffen.
Wer möchte schon einen Rührkuchen der nach Seife oder ätherischen Duftölen schmeckt 😉
Hier eine Liste die für den Anfang völlig ausreicht und relativ günstig z.B. im 1€ Shop oder beim Möbelschweden erstanden werden kann.
Bitte achtet darauf keine Gegenstände aus Aluminium zu verwenden da dieses mit der Seife reagiert und zu Ranz führen kann.
  • Schutzbrille
  • Schutzhandschuhe
  • Rührschüssel
  • Topf zum schmelzen fester Fette (falls dieser ausschließlich zum einschmelzen verwendet wird kann es auch ein normaler Topf aus der Küche sein).
  • Stabil stehendes Gefäß (z.B. Messbecher) zum anrühren der Lauge
  • mehrere Rührlöffel (aus Kunstoff oder Silikon)
  • Küchenwaage (gerne auch eine Feinwaage zum genaueren Abmessen, aber ab 500gr Fettmenge geht’s auch ohne)
  • kleines Kunststoffsieb
  • Pürierstab oder Schneebesen zum rühren der Lauge (beim Pürierstab darauf achten das er Spühlmaschinengeeignet ist, dann sind sie Aluminumfrei!)
  • kleine Gefäße (z.B. Joghurtbecher zum abwiegen des NaOH oder von Farben oder Düften)
  • Eine Form um die Seife zu gießen (für den Anfang tut es ein aufgeschnittener und ausgespühlter Milchkarton oder eine Pringlesdose)
  • Küchentücher
  • destilliertes Wasser (zum Anrühren der Lauge)
  • Handtücher zum Isolieren der Form und evtl. eine Wärmflasche
Das wäre die Basisausrüstung sage ich mal, ganz automatisch erweitert sich diese dann um zusätzliche Messbecher um den Seifenleim verschieden einzufärben, verschiedene Seifenformen, Gefrierschüsseln, Löffel,…. je nach Vorlieben und Arbeitsweise.
3. Das Rezept
Ein Seifenrezept besteht ganz grob aus festen und flüssigen Fette, NaOH, Düften, Farben und einer Flüssigkeit (meistens destilliertes Wasser).
Die verschiedenen Öle und Fette haben unterschiedliche Eigenschaften die sich entsprechend auf die Seife auswirken werden was bei der Erstellung von eigenen Rezepten beachtet werden sollte
Eine Seife aus ausschließlich flüssigen Ölen bleibt tendenziell länger weich als z.B. eine Seife aus festen Fetten und eventuell muss man den Wasseranteil anpassen.
Natürlich gibt es ausnahmen z.B. wird eine reine Olivenölseife mit der Zeit sehr fest und zählt schon fast als hartes Fett obwohl bei Zimmertemperatur eigentlich flüssig.
In dieser Anleitung möchte ich ein einfaches, gut zu verarbeitendes Basisrezept vorstellen welches sich auch leicht jederzeit nach den persönlichen Vorlieben abwandeln lässt indem man z.B. ein Fett gegen ein anderes austauscht.
Ich verwende immer Prozentangaben für die Zusammenstellung der Rohstoffe die sich auf die Gesamtfettmenge (GFM) bezieht, so bleibe ich immer flexibel mit der Menge die ich zur Verfügung habe.
Wichtig ist das IMMER in Gramm niemals in Millilitern gerechnet wird da sonst die Berechnungen nicht stimmen und im schlimmsten Falle in Laugenüberschuss zustande kommt was die Seife ätzend macht!
  • 25% Olivenöl (klassisches Seifenöl, angenehm bei trockener und rissiger Haut, reine Olivenölseifen können sich anfangs etwas schleimig anfühlen)
  • 25% Palmöl (Fettstange aus dem Supermarkt, wer Glück hat bekommt eine aus 100% Palmfett, ansonsten ist es Palmfett gemischt mit diversen Ölen – dies wirkt sich auf die Verseifungszahl aus siehe Unten! – sorgt für Formstabilität auch bei feuchter Seife)
  • 25% Rapsöl (gute Pflegeeigenschaften bei trockener Haut)
  • 25% Kokosfett (Palmin, aber nicht Palmin soft, Kokosfett ist ein Schaumfett, sorgt also dafür das die Seife auch schäumt. Große Mengen Schaumfett können die Haut austrocknen deshalb sparsam dosieren oder gut kombinieren)
33% der GFM an Flüssigkeit
ätherisches Lavendelöl
Lavendelblüten
NaOH nach Berechnung!
Um herauszufinden wieivel NaOH wir benötigen müssen wir uns auf eine Fettemenge einigen. In diesem Beispiel 500gr. sowie die Verseifungszahlen für NaOH der entsprechenden Fette.
Diese findet man in diversen Listen im Internet z.B. hier: http://www.naturseife.com/verseifungstabelle.htm allerdings handelt es sich dabei um Mittelwerte da die Verseifungszahl auch von der Verarbeitung und der Ernte abhängt.
Fett ist immerhin ein Naturprodukt!
Diese Zahl sagt aus wieviel NaOH man benötigt um 1Gramm des Fettes zu verseifen.
Wenn wir genau arbeiten wird die Seife mit 0% überfettet, das bedeutet das das NaOH die Seife komplett verseift hat und kein Fett unverseift zurückbleibt.
Eine solche Seife wäre nicht sehr pflegend und rückfettend, wir werden deshalb eine Überfettung einbauen, sprich ein Teil unserer Fette wird nicht verseift und bleibt zur Pflege zurück.
Olivenöl, Rapsöl, Pflanzenfett (als Palmöl) und Kokosfett

Olivenöl, Rapsöl, Pflanzenfett (als Palmöl) und Kokosfett

Das wären dann
  • Olivenöl     – Verseifungszahl:0,1345
  • Palmöl      – Verseifungszahl: 0,1405 (Achtung, bei Fettstangen mit Mischölen verwenden wir die Verseifungszahl von Macadamianussöl da diese besser passt: 0,1390!! )
  • Rapsöl      – Verseifungszahl: 0,1345
  • Kokosfett   – Verseifungszahl: 0,1830
Jetzt berechnen wir die gewünschte Menge für 0% Überfettung was keine sehr pflegende Seife ergeben wird:
Fett Verseifungszahl Formel Ergebnis
125 gr. Olivenöl 0,1345 125 gr. *0,1345 16,81 gr. NaOH
125 gr. Palmöl (als Macadamianussöl) 0,1390 125 gr. *0,1390 17,37 gr. NaOH
125 gr. Rapsöl 0,1354 125 gr. *0,1354 16,92 gr. NaOH
125 gr. Kokosfett 0,1830 125 gr. *0,1830 22,87 gr. NaOH
500 gr. Gesamtfettmenge 73,97 gr. NaOH
Wie stark eine Seife überfettet wird bleibt einem selbst überlassen, allerdings wird eine Seife mit 10% Überfettung deutlich angenehmer sein als eine mit nur 4% die man evtl. als Haarseife benutzten wird.
Bei 20% Überfettung kann man unter Umständen bereits einen Film auf der Haut spüren.
Bei meiner eher trockenen Haut wähle ich meistens eine Überfettung zwischen 8 und 12%. Für unser Beispiel wähle ich 10% und diese müssen wir jetzt auch ausrechnen:
Wir möchten also jetzt von unseren 500gr Fetten nur 100%-10% also 90% verseifen um 10% unverseift zu lassen. Welche Fette unverseift bleiben können wir leider nicht beeinflussen.
Wenn wir ein besonders pflegendes Öl einsetzen wollen können wir dieses Spät in den Seifenleim einrühren um zu hoffen das dieses nicht komplett verseift wird.
100% Verseifung entspricht 73,97 gr NaOH
90%ige Verseifung entspricht x gr NaOH
Jetzt kommt der berühmte Dreisatz aus der Schule (endlich ein guter Anwendungsfall)
73,97 / 100 * 90 = 66,57 gr NaOH
Wichtig ist das die verwendete Menge NaOH immer unterhalb der errechneten Zahl für die 100%ige Verseifung liegt.
Im obigen Beispiel runden wir jetzt ab da die wenigsten Küchenwaagen auf die Nachkommastelle genau funktionieren und wählen 66 gr. NaOH was eine Überfettung leicht über 10% ergibt. Also alles im grünen Bereich!
Ganz grob verwendet man etwa 1/3 der Gesamtfettmenge an Flüssigkeit also in unserem Beispiel etwa 33% was bei 500gr GFM 500/100*33= 165 Gramm destilliertem Wasser entspricht.
Für dieses Beispiel belassen wir es dabei.
Wenn wir mit vielen festen Fetten arbeiten oder mit Ölen die zum schnellen Andicken eigenen können wir die Wassermenge auch erhöhen oder im umgekehrten Fall auch bis auf 1:1 der NaOH Menge reduzieren.
Ein etwas einfacherer Weg das Rezept zu berechnen sind verschiedene Seifenrechner im Internet die bereits mit den Verseifungszahlen gefüttert sind, hier habe ich bewusst den manuellen Weg aufgezeichnet denn es schadet nie zu wissen was dahintersteckt.
(Seifenrechner: deutsch und nur pflanzliche Fette: Naturseifenrechner , englisch mit breiterer Auswahl an Fetten und mehr Einstellungsmöglichkeiten: SoapCalc die Ergebnisse der beiden Rechner unterscheiden sich leicht, es wird mit unterschiedlichen Mittelwerten gearbeitet. Ich persönlich arbeite lieber mit dem SoapCalc, aber das ist jedem selbst überlassen und vielleicht schreibt sich jeder seinen Seifenrechner selbst in Excel ;-))
Unser Rezept sieht also Folgendermaßen aus:
125 gr. Olivenöl
125 gr. Rapsöl
125 gr. Palmöl
125 gr. Kokosfett
 
165 gr. Wasser 
66,5 gr NaOH (Überfettung 10%)
ätherisches Lavendelöl (ca 10ml, je mehr desto mehr Duft)
Lavendelblüten zur Deko
4. Seifenleim herstellen
Jetzt geht es also los und wir bereiten unsere Küche auf die Herstellung von Seife vor:
Zunächst räumen wir alle Gegenstände weg die normalerweise für die Zubereitung von Lebensmitteln gedacht sind, ebenso die Lebensmittel.
Als nächstes verbannen wir Haustiere, Kinder und neugierige Partner aus unserem Siederaum und decken unsere Arbeitsfläche ab.
Jetzt stellen wir uns alle Gerätschaften bereit und lassen etwa 3 cm hoch Wasser ins Waschbecken oder eine Waschschüssel ein. Hierin werden wir später das Gefäß stellen in dem wir die Lauge anrühren.
    1. Anlegen der Sicherheitskleidung!
    2. Abwiegen von 165 Gramm destilliertem Wasser in den Messebecher in dem wir die Lauge anrühren wollen. Diesen Messbecher jetzt ins Waschbecken/die Waschschüssel stellen.

      NaOH abwiegen

      NaOH abwiegen

    3. Abwiegen von NaOH in einen kleinen Joghurbecher oder ähnliches kleines Gefäß. Hierzu vorsichtig das NaOH Löffelchenweise aus dem Vorratsbehälter in das kleine Gefäß auf der Waage geben.
      Da das NaOH sich gerne statisch auflädt darauf achten mit dem Löffel nicht allzu sehr herumzufuchteln sodass sich das NaOH nicht in der Küche verteilt.
      Nach dem Abwiegen den Vorratsbehälter wieder gut verschließen und zur Seite stellen.
    4. Das Abgewogene NaOH jetzt langsam Löffelweise in das destillierte Wasser geben, NIEMALS umgekehrt!
      Es ist wichtig nach dem Zugeben jedes einzelnen Löffels die entstehende Lauge solange zu rühren bis sich das NaOH komplett aufgelöst hat, erst dann den nächsten Löffel dazugeben und wieder gründlich umrühren.

      NaOH zum Wasser geben

      NaOH zum Wasser geben

      NaOH verrühren

      NaOH verrühren

       
      TIPP: Lieber langsam arbeiten und sich Zeit lassen, die chemische Reaktion heizt das Wasser stark auf, wer zu schnell arbeitet überhitzt die Lauge sodass reizende Dämpfe entstehen die wir lieber nicht einatmen möchten. Grundsätzlich sollten wir vermeiden das die Lauge zu heiß wird, deshalb sollten wir uns wirklich sehr viel Zeit lassen. Hektik hat beim Seife sieden nichts zu suchen und Geduld ist das oberste Gebot des Seifensieders!

      TIPP: Jeder Gegenstand den ich nicht mehr benötige landet – langsam – im Wasser im Waschbecken, hierdurch stelle ich sicher das evtl. anhaftendes NaOH direkt stark verdünnt wird und niemandem schadet.

    5. Nachdem wir das gesamte NaOH im Wasser gelöst haben lassen wir unsere Lauge weiter abkühlen und kümmern uns um die Fette.
      Die festen Fette in einen Topf abwiegen und auf dem Herd langsam zum Schmelzen bringen (Achtung, keinen Alutopf verwenden!) und währenddessen die flüssigen Öle in der Rührschüssel abwiegen.
      Nachdem die festen Fette geschmolzen sind werden diese langsam zu den flüssigen Fetten hinzugegeben und die Mischung mit einem Rührlöffel kurz verrührt. Diese Mischung sollte ebenfalls ein nicht wärmer als 30-40°C sein. Eventuell mit einem  Marmeladenthermometer nachmessen.
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    6. Jetzt geben wir die vorbereitete, auf ca. 30-40°C abgekühlte  Lauge vorsichtig durch das kleine Kunststoffsieb in die Mischung der Öle und rühren mit dem Rührlöffel gründlich durch.
      NaOH durch ein Sieb zu den Fetten geben

      NaOH durch ein Sieb zu den Fetten geben

      Wir können jetzt von Hand solange rühren bis der Leim andickt und sich wie flüssiger Honig verhält.. oder wir verwenden den Pürierstab um den Vorgang etwas zu beschleunigen.
      Dazu den Pürierstab schräg in den Seifenleim geben und dann aufrichten um Luftblasen zu vermeiden und immer wieder kurz einschalten um Lauge und Fette zu verbinden.

      Seifenleim rühren bis er "zeichnet"

      Seifenleim rühren bis er „zeichnet“

      Wichtig ist dem Pürierstab immer wieder eine kleine Auszeit zu geben und von Hand zu rühren damit dieser nicht überhitzt.  Bald entsteht eine trübe homogene Masse. Sobald sich der Leim wie flüssiger Honig verhält und beim tropfen lassen vom Pürierstab Linien zeichnet können wir damit aufhören.Jetzt geben wir ca. 10 ml (auf 500gr GFM) vom ätherischen Lavendelöl zu der Masse und rühren von Hand noch einmal kräftig durch. Wir haben es fast geschafft.

      ätherische Öl dazugeben

      ätherische Öl dazugeben

    7. Den Seifenleim jetzt langsam in die Seifenform/die aufgeschnittene Milchtüte geben. Die Form immer mal wieder auf klopfen um Luftbläschen aufsteigen zu lassen.Wenn möglich sollte man die Seifenform mit Klarsichtfolie abdecken um eventuell entstehende Sodaasche (Reaktion mit der Umgebungsluft) zu vermeiden. Diese ist nicht schädlich, sieht nur nicht so hübsch aus. Ausserdem finden wir dann keine halbtoten eingeseiften Fliegen an der Oberfläche unserer Seife.

      Seifenleim in der Form

      Seifenleim in der Form

    • Option 1 – Seife mit Gelphase –
      Wir können uns jetzt entscheiden ob wir die Seife geelen lassen wollen, also den Verseifungsprozess beschleunigen oder lieber langsam verseifen wodurch die Reifezeit evtl. etwas länger werden könnte.  Es steht jedem Frei sich für eine Methode zu entscheiden, die Seifen unterscheiden sich später auch ein wenig durch Haptik und Optik.
      Hierzu isolieren wir die Seife mit Handtüchern oder in einer Isoliertasche so gut es geht, wer mag kann auch eine heisse Wärmflasche dazu legen. Während der Gelphase verfärbt sich der Seifenleim von innen nach aussen und wird transparent, hierdurch können Farben auch kräftiger werden

      zum Geelen einpacken

      zum Geelen einpacken

    • Option 2 – Seife ohne Gelphase –
      Wir stellen die Seife ohne Isolierung beiseite und warten ab. Der Leim KANN trotzdem selbständig geelen wenn dieser sich selbständig sehr stark aufheizt. Bei unserem Rezept sollte dies nicht passieren.
Werkzeug im wassergefüllten Waschbecken

Werkzeug im wassergefüllten Waschbecken

5. Ausformen
Warten, wie bereits erwähnt, ist Geduld des Seifensieders oberstes Gebot auch wenn es schwer fällt. Wir warten also ca. 24 Stunden bis wir unsere Seife aus der Form befreien. Diese Zeit kann man mit dem entwickeln neuer Rezepte oder dem Shoppen von neuen Zutaten verbringen. Oder man wartet einfach ungeduldig vor der Form.
Nach ca. 24 Stunden Wartezeit können wir unsere Seife endlich aus der Form befreien und testen ob diese in Ordnung ist, sprich kein Laugenüberschuss herrscht oder die Verseifung noch nicht komplett abgeschlossen ist.
Dazu stippen wir vorsichtig mit der Zungenspitze auf ein Stück Seifenanschnitt.
Bizzelt es und man möchte die Seife auf keinen Fall noch einmal „ablecken“ braucht sie noch ein wenig oder hat zu viel Lauge. In diesem Fall lassen wir die Seife noch einmal 24 Stunden liegen und Testen erneut. Wer seine Seife nicht ablecken möchte kann auch mit einem Handelsüblichen PH-Wert-Teststreifen prüfen ob alles passt.
Schmeckt sie nur „nicht“ oder seifig ist alles ok.
Jetzt können wir die Seife dekorieren und in handlichere Stücke schneiden.
Zur Deko die Lavendelblüten an der Oberseite (oder je nach Form auch auf den Schnittkanten) verteilen und aufdrücken sodass diese haften bleiben. Ist die Seife hierzu bereits zu fest können die Blüten mit einer Zuckerlösung aufgeklebt werden, dieses schadet der Seife in keinster Weise. Bei länglichen oben offenen Formen können die Lavendelblüten auch bereits während der Verseifung aufgegeben werden, allerdings sollte man trotzdem ca. 2 Stunden warten damit die Blüten sich nicht unschön verfärben oder direkt untergehen.
6. Anwaschen
Weil wir Seifensieder wirklich ein geduldiges Volk sind warten wir 4-6 Wochen bis unsere Seife – wie ein Käse oder Wein – gereift ist. Dadurch wird die Seife milder und gewinnt auch etwas an Festigkeit.
Ab jetzt können wir die Seife verwenden und fühlen ob die Überfettung für uns passt und die Zusammenstellung der Fette uns gefällt…..
Idealerweise hat man in den vergangenen Wochen noch einige weitere Seifen nach anderen Rezepten gesiedet um diese später miteinander vergleichen zu können.
Dieser Artikel ist zuerst auf frauwedneday.wordpress.com erschienen – Autor KD –
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